Konstantin Wecker –  Leben im Leben -  Konzerte 2009

Erfolg hatte er nicht immer. Dafür meistens eine Botschaft. Am Flügel und Mikrofon singt er seit vierzig Jahren gegen die Mächtigen und die Machtverhältnisse in der Welt an. Trotz seiner bewegten Lebensgeschichte ist Konstantin Wecker seit Langem eine Konstante in der Musikszene dieser Republik. Zu sehr drängen sich die aktuellen Themen auf, wollen die Missstände in der Gesellschaft angeprangert werden.

 

Dies tut Konstantin Wecker in seinen "Leben im Leben“ - Konzerten auf gewohnte Weise. Neue Titel wechseln sich .mit alten Klassikern ab, geben einen aufschlussreichen Einblick in Weckers jahrelanges, kreatives Schaffen. Der Künstler tendiert zwischen feiner Poesie und beißender Ironie, Politik wechselt sich mit Witz und Lebenslust ab. Doch bei aller schlitzohriger Verweigerung bleibt er immer eins: authentisch. "Einer der stärksten Triebe, die ich habe, ist es mich ausdrücken zu wollen, mich ausdrücken zu müssen."

 

Konstantin Wecker

Er ist ein poetischer Triebtäter, er gibt Konzerte wie andere in Muckibuden gehen oder in die Kirche. 61 Jahre alt, ein Apostel des richtigen Lebens im falschen, ein Spinner, ein Spötter, ein toller Musiker, Backbuchautorinnengatte und Verfasser einer Biografie, die er "Die Kunst des Scheiterns" genannt hat. Er hat einiges an Lebenslauf zu bieten zwischen Knast und Kunst, zwischen frühen "sadopoetischen Gesängen" und  tanzenden Börsianern. Pose und Poesie trennen nur zwei Buchstaben. Einer wie er kann vor einem Publikum, das allen  Altersstufen kommt, locker mit seinem Alter kokettieren.

 

Kann Witze über sich selber machen und Blitze schleudern, und weil er musikalisch sowieso alles kann, lässt er's krachen und seufzen, wenn er's grad braucht für seine alten, neuen und relaunchten Lieder. Auch wenn's ihn selber melancholisch macht, jetzt, wo der Winter nicht mehr weit ist und die "Anna, Anna, Anarchie" so nah. Nur dass er sie sich ganz anders vorgestellt hat, die Anarchie: lustiger, lustvoller, sinnlicher, persönlicher irgendwie - und nicht in Gestalt von smarten Typen in quergestreiften Schlipsen, die sich den Kapitalismus vom Steuerzahler und von China retten lassen. Ein schamloser Romantiker und Ewigmorgiger.

 

Sein Konzertmotto stammt aus dem neuen Lied „Kein Ende in Sicht“, in dem er klar aufzeigt für welche Menschen er bevorzugt singt. Bei der Vielzahl seiner Lieder ist auch dieses Programm letzendlich ein Best-Off-Programm.

 

Konstantin Wecker:

1947 in München geboren. Klavierunterricht, später auch Geige und Gitarre. Knabensopran im Rudolf-Lamy-Kinderchor, Solist bei Plattenaufnahmen. Mitwirkung in einer Kinderoper. Studium der Philosophie und Psychologie, daneben Studiomusiker.

Ab 1968 Auftritte mit eigenen Liedern.

Durchbruch 1977 mit "Genug ist nicht genug", seither zahlreiche Konzerte und Tourneen solo oder mit Band u.a. "Im Namen des Wahnsinns".

Ab 1973 Theatermusiken und zahlreiche LP's und CD's. Zahlreiche Preise wie Deutscher Kleinkunstpreis, "Stern des Jahres" der "Abendzeitung" München, Deutscher Schallplattenpreis, SWF-Liederpreis, Kurt-Tucholsky-Preis, Radio Regenbogen Award.

Nach"Eine ganze Menge Leben" (1978) weitere Buchveröffentlichungen. Ab 1978 zahlreiche Film- und Fernsehmusiken, teilweise auch Mitwirkung als Schauspieler u.a. "Die Weiße Rose", "Kir Royal", "Schtonk".

Ab 1979 Zusammenarbeit mit vielen namhaften Kolleginnen und Kollegen: u.a. Hanns-Dieter Hüsch, André Heller, Wolfgang Dauner, Charlie Mariano, Joan Baez, Mercedes Sosa, Hannes Wader.

Ab 1998 mehrere Musicalkompositionen. 

Nach der politisch prallen CD "Vaterland" (2001) kam 2003 die CD "Am Flussufer" eher leise daher. Der Liedermacher gab sich weniger provozierend, dafür aber nachdenklich-kritisch, poetisch, konziliant und doch in allen subtilen Facetten unüberhörbar weckerisch.

Seinen 60. Geburtstag feierte der Künstler am 01. Juni 2007 im Münchener Circus Krone. Begleitet von namhaften Künstlern seiner Zunft, würdigte die ARD Konstantin Wecker mit  Aufzeichnung dieses Konzertes von dem es auch ungekürtzte -DVD „Alles das und mehr“  gibt.

2008 erschien die Live-CD „Zugaben“ und die CD „Gut’n Morgen Herr Fischer – Eine bairische Anmutung“
Im Herbst 2008 beendete er mit seiner neuen Band die erfolgreiche Tournee „Was keiner wagt“.